Exkursion zweier Grundkurse Geschichte der Oberstufe in das Stasi-Unterlagen-Archiv zum Thema „Opposition und staatliche Repression in der DDR“

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Am Montagmorgen des 04.03.24 trafen sich zwei Grundkurse Geschichte des 4. Semesters des Schul- und Leistungssportzentrum zu einer Exkursion im Herzen des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg. Ziel war es, die bisher im Unterricht erworbenen Kenntnisse zum Abiturschwerpunkt „Opposition und staatliche Repression in der DDR“ zu vertiefen und in historisch bedeutender Umgebung an konkreten Fällen anzuwenden.
Ab 9:30 Uhr führte die Mitarbeiterin des Stasi-Unterlagen-Archivs, Frau Bettina Altendorf, die Lernenden lebhaft in die Arbeitstechniken der Stasi ein. Anschließend rekonstruierten die Lernenden anhand eines konkreten Beispiels einen Fall von zwei unfreiwilligen oppositionellen Frauen, die per Antrag aus der DDR ausreisen wollten, aber mit diversen und teils perfiden Mitteln von staatlicher Seite daran gehindert wurden. Hierbei offenbarten sich Einblicke in ein Überwachungssystem, das nicht nur die Stasi selbst betrieb, um in fast alle Lebensbereiche der Bevölkerung einzudringen, sondern auch weitere staatliche Akteure mit dem Geheimdienst eng zusammenarbeiteten und so das allumfassende Netz des Überwachungsapparat erst ermöglichten.
Im zweiten Teil der Exkursion besichtigten die Lernenden das original erhaltene Büro des Stasi-Chefs Erich Mielke und erhielten zudem Einblicke in die Archive und die Arbeitstechniken der Mitarbeitenden des Stasi-Archives. Gerade die meterlangen Aktenbände beeindruckten viele Lernende und weckten ihr Interesse.
Wir hoffen, dass die Lernenden, welche bald hoffentlich mit dem Abitur in der Tasche ins Leben entlassen werden, durch die konkreten Einblicke ein besseres Verständnis für das Konstrukt Stasi und die Arbeitstechniken des Ministeriums entwickeln konnten. Gleichzeitig bot sich über den Besuch des Archivs die seltene Möglichkeit zu sehen, wie mit Quellen professionell gearbeitet wird, aus denen sich die Geschichtsschreibung speist. Zum Schluss blieb der Einblick in ein System, in dem staatliche und private Akteure vollkommen losgelöst von Menschenrechten und demokratischen Prinzipen arbeiteten und welche unmittelbaren Folgen dies für Betroffene haben konnte. Gerade unsere Sportschülerinnen und Sportschüler mit ihren internationalen Erlebnissen und den vielen Kontakten zu Menschen aus anderen Ländern, ist ein kritisch reflektierter Umgang mit ihrer Vergangenheit eine große Hilfe.
An dieser Stelle gilt unser Dank Frau Altendorf vom Stasi-Unterlagen-Archiv, welche die sehr lebhafte Exkursion geleitet hat.

N. Wienrich